LKA-RP: Verkehrsunfall: So verhalten Sie sich richtig

Mainz (ots) - In Rheinland-Pfalz gibt es jährlich rund 130.000 Verkehrsunfälle. Bei mehr als 20.000 davon werden Menschen verletzt. Nicht selten hängen die Gesundheit oder sogar das Leben der Unfallopfer davon ab, wie schnell sie Hilfe erhalten.

Oft zählt jede Minute! - "Gaffer" haben an Unfallorten nichts zu suchen

Insbesondere auf Autobahnen, Bundes- oder Landstraßen kommt es aufgrund der immer höheren Verkehrsfrequenz zu schwersten Unfällen, bei denen oft Minuten über Leben und Tod entscheiden. Im Zeitalter der Smartphone-Technologie sind es vor allem die "Gaffer", die zunehmend zum Problem am Unfallort werden. Indem sie Fotos machen oder Filme drehen, blockieren sie die Rettungswege und behindern die am Ort befindlichen Rettungskräfte.

Polizei und Rettungskräfte beklagen schon länger, dass Schaulustige an Unfallorten immer dreister werden und mittlerweile selbst vor Gewalt gegen Nothelfer nicht zurückschrecken. Bilder und Videos von verletzten Menschen, die bei solchen Gelegenheiten entstehen, werden dabei ohne Einwilligung der Betroffenen viral in den sozialen Netzwerken verbreitet oder an die Presse weitergeleitet. Dieses Verhalten stellt neben der unterlassenen Hilfeleistung eine Straftat dar.

Klar ist, wer Rettungskräfte mit Gewalt oder Androhung von Gewalt an der Arbeit hindert, wird heute schon strafrechtliche verfolgt. Künftig drohen auch "Gaffern" bis zu einem Jahr Haft oder eine Geldstrafe, wenn sie sich beispielsweise einem Platzverweis widersetzen.

Rettungsgasse bilden

Die Bildung der Rettungsgasse ist eine wichtige Maßnahme, um Rettungskräften den Weg zur Unfallörtlichkeit freizumachen. Sie ist leicht verständlich und einfach umzusetzen. Gebildet wird sie, sobald sich Fahrzeuge auf Autobahnen oder Außerortstraßen im Stillstand befinden oder mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Hier ist die wichtigste Grundregel: Die Rettungsgasse wird bei mehreren Fahrstreifen für eine Richtung immer zwischen der Spur ganz links und den rechten Spuren daneben gebildet. Die Autos auf der linken Seite fahren nach links, alle anderen Autos, die sich in der Mitte und auf der rechten Spur befinden, fahren nach rechts.

Bitte tragen auch Sie durch Ihr umsichtiges Verhalten dazu bei, schnelle Hilfe zu ermöglichen. Seien Sie ein Beispiel für andere, machen Sie den Weg frei und helfen Sie damit Leben zu retten!

Um dieses Bewusstsein zu verankern, kontrolliert die Polizei Rheinland-Pfalz aktuell verstärkt die Einhaltung der Rettungsgasse.

Wenn Sie Fahrzeuge mit Sondersignalen (Blaulicht und Martinshorn) hören oder sehen:

   - Verringern Sie die Geschwindigkeit.
   - Versuchen Sie herauszufinden, aus welcher Richtung die 
     Einsatzfahrzeuge kommen.
   - Setzen Sie den Blinker, um den Verkehrsteilnehmern und 
     Rettungsfahrzeugen anzuzeigen, zu welcher Seite Sie ausweichen 
     möchten.
   - Halten Sie im Zweifelsfall an, aber richten Sie ihr Fahrzeug 
     möglichst parallel zur Fahrtrichtung aus, damit nicht das Heck 
     Ihres Fahrzeugs in die Rettungsgasse hineinragt.
   - Halten Sie ausreichend Abstand zu Ihrem Vordermann.
   - Lassen Sie, wenn möglich, die Standspur frei.
   - Achten Sie vor der Weiterfahrt darauf, ob noch weitere 
     Einsatzfahrzeuge folgen. 

Je früher Einsatzkräfte zum Unfallort gelangen, desto schneller und besser können sie sich um Verunglückte kümmern. Außerdem lassen sich Staus und Straßensperrungen schneller auflösen.

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